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Abreisetag
Alles sehr bequem heute. Zum ersten Mal starte ich von der Bushaltestelle aus, die nur sieben Minuten zu Fuß von der Gartenhütte entfernt ist. Direkt zum Bahnhof und dort, ebenfalls zum ersten Mal, direkt in den Flixtrain, in dem ich bis Erfurt sitzenbleiben kann.

Während des ausgedehnten Aufenthalts in Erfurt verbinde ich die Suche nach einem Cache mit einem ebenso ausgedehnten Stadtspaziergang. Erfurt gibt das her.Den Rest der Heimfahrt wie gewohnt im Bus. Diesmal mit bester Aussicht, die Sitzplatzlotterie hat mir einen Platz in der ersten Reihe zugeteilt. Kurz nach sechs am Abend öffne ich die Tür des Domes.

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Ungefähr so wie dieser Affe fühle ich mich beim Anschauen der Bilder des Tages. Denn ich habe sehr viel und sehr Vielfältiges gesehen und fotografiert. Um ehrlich zu sein: zu viel. Ich bin übervoll mit Eindrücken, die ich noch nicht sortieren konnte. Weswegen ich für diesen Beitrag auf absolute Reduktion setze und Bilder nur von genau einem Fotografen zeigen werde.

Also außer dem Affen, zu dem ich mir einen kleinen Exkurs erlauben möchte. Er hängt am Fußende meines Bettes in der Gartenlaube und ist das Erste, was ich morgens nach der Uhr anschaue. Dabei lässt sich wunderbar ersten Gedanken nachgehen, nur um doch wieder beim Affen anzukommen, sich zu fragen, ob es bei den farbigen Feldern eine Regelmäßigkeit gibt oder sie kompletter Zufall sind. Oder, falls Zufälligkeit beabsichtigt war, sich nicht doch irgendeine Regel eingeschlichen. Denn echte Regellosigkeit können Menschen und Künstler gar nicht so gut. Ich könnte fragen, denn der Künstler, der eine Kaufhaus-Affen-Leinwand mit Farbfeldern angereichert hat, ist mein Sohn. Das war vor plus-minus zwanzig Jahren und ich bilde mir ein, bei der Entstehung in der Nähe gewesen zu sein. Heute morgen werde ich über dem Affen etwas melancholisch, denn er regt mich zu Gedanken darüber an, was wir als junge Menschen alles können oder wollen und wie wenig davon wir ins Erwachsenenalter retten können. Affiger Exkurs Ende.

Ich war im Museum für Kunst und Gewerbe und habe dort Foto: Hans Hanser angeschaut. Zunächst hatte ich mir nicht allzuviel von der Ausstellung erwartet, ich sah sie als Teil eines Bundles von drei Sonderausstellungen, die gemeinsam dann den Besuch rechtfertigen würden.

Und wurde sehr überrascht. Schon im Eingangsbereich des Museums eine kleine Einstimmung ins Thema, eine Fotokabine.Die eigentliche Ausstellung befand sich ein Stockwerk höher in den Räumen die für die Sonderaustellungen reserviert sind. Schon im Treppenaufgang wurde es sehr groß und sehr farbig. Später erfahren die Ausstellungsbesucher, dass es sich um die letzte Fotoserie handelte, die Hans Hanser anfertigte, bevor er im Februar dieses Jahres sein Studio schloss.Aber es geht auch kleinteiliger, das Foto mit den vielen nicht immer ganz so alltäglichen Gegenständen, ist einer meiner Favoriten, obwohl es nicht „schön“ ist. Ich habe so intensiv darin herumgeschaut, dass mich andere Besucher baten, doch mal kurz zur Seite zu gehen, weil sie ein Foto machen wollten.Ein Film, der in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt u.a. wie Hans Hanser Teile der Exponate zusammenstellt und arrangiert. Es wird nicht angesprochen, aber ich finde es bemerkenswert, wie er die immergleiche Aufgabe, eine Fotoserie zu zeigen, variiert. Jeder der Ausstellungsräume hat eine etwas anderen Charakter.

Es gäbe noch so viel mehr. Trotzdem mache an dieser Stelle – etwas willkürlich – Schluß, denn …

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… es ist kurz nach zehn am Abend und ich muss noch alles so vorbereiten, dass ich morgen in der Frühe mit möglichst wenig gedanklichem Aufwand in den Tag finde. Meint: Frühstück so weit wie möglich vorbereiten, Abfahrtszeit des Buses herausfinden und ganz allgemein einen Zeitplan für die Abreise festlegen. Mit diesen Vorbereitungen so spät zu starten, war nicht ganz der Plan. Ich habe mich etwas in den Bildern und dem Bloggen verloren. Sei’s drum, wenn ich morgen um zehn vor acht im richtigen Zug sitze, habe ich alles richtig gemacht.

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Sonderausstellung im Museum der Arbeit:

Franki Raffles
Photography, Activism, Campaign Works

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GUT GEMACHT! – Das Beste aus 70 Jahren ADK

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Am Abend noch bei der Familie hereingeschaut und mich verabschiedet. Ich bin zwar den morgigen Tag noch da, werde aber nicht nocheinmal in der Wohnung vorbeigehen, sondern von meiner Hamburg-Exkursion direkt in die Gartenhütte zurückkehren. Und übermorgen wird dann der Rückreisetag sein.

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Im Journal steht, ich habe zwischen zwölf und viertel vor zwei auf der Terasse gessesen und Gedanken geordnet oder – in Klammern – sie vielleicht nur gehabt. Und tatsächlich bin ich zu Beginn des Tages in einer Stimmung, die  – obwohl wirklich alles ganz und gar und vollkommen anders ist  – der ähnelt, wie ich sie früher, also vor rund einem halben Jahrhundert, sehr mochte. Das verkaterte Aufwachen nach einem Fest in irgendeiner WG (wahlweise Land-WG), sich aus dem Schlafsack schälen, Kaffee suchen oder vielleicht auch das erste Bier, anderen beim Aufwachen zusehen, ins Gespräch und in den Tag kommen, langsam. Zwei/drei Stunden später dann gemeinsam aufräumen und den Vor-Fest-Zustand wieder herstellen.

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Der gestrige Tag und das folgende Fest waren sehr, nun, schön. Ich bemerke, dass mir für angenehme Zustände das Vokubular weniger gut abrufbar ist. Tagsüber habe ich gemeinsam mit der Schwiegertochter den Garten für das Fest vorbereitet, irgendwann am frühen Nachmittag kam auch der Sohn dazu, noch etwas später die Schwiegerfamilie. Irgendwann gegen sechs Uhr abends, dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Gäste erwartet wurden, waren wir auch näherungsweise fertig. Und das überraschend erfolgreich, allerlei Buschwerk war zurückgeschnitten, die Wiese in Teilen gemäht, Wege erkenn- und begehbar, der Pavillon gestellt und die neue St.Pauli-Fahne gehisst [die Ösen, schreib was über diese fucking Ösen, …, ach egal]. Das Fest konnte beginnen.

Eingeladen waren Familie, Wahl-Familie, Freunde, ehemalige Kollegen sowie Ausbilder und sogar Kita-Freunde des Enkels, meint: die Altersspanne ging von fünf bis achtundsiebzieg, entsprechend ging es sehr erwachsen und jugendfrei zu. Und ausgesprochen gut gelaunt, viele verschiedenen Menschen, die sich zum Teil mehrere Jahre nicht gesehen hatten, es gab viel zu erzählen. Richtig viel, bei steigender Stimmung im Laufe des Abends, gekrönt von extensivem Singen aller bekannten Geburtstagslieder aus Ost und West um Mitternacht. Anschließend rituelles Geburtstagsgeschenke-Auspacken und Ausklang. Denn das Fest war in einer Länge durch den öffentlichen Nahverkehr limitiert, der letzte Bus fuhr gegen zwanzig vor zwei. Ensprechend machte sich gegen irgendwas nach eins die letzte größere Gästegruppe gemeinsam auf den Weg.

Schnell noch aufgeräumt, in weniger als einer Stunde sind die Festreste auf Spüle, Kühlschrank, Mülleimer und diverse Kisten verteilt. Festende, alle gehen, ich schlafe gegen kurz vor drei.

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Nachdem ich also Gedanken mehr gehabt als geordnet habe, setze ich mich an die obigen Zeilen.

[15.00 – 16.30 Uhr:  Weiter gemeinsam aufgeräumt]

[16.30 – 18.00 Uhr: R. aus dem Hotel abgeholt und eine Runde in Bergedorf gegangen]

[18.00 -19.30 Uhr: Essen gegangen]

[19.30 – 22.00 Uhr: Familie nachhause, ich in den Garten, schlafe vor einem Video ein, erwache, schreibe diese Zeilen und gehe ins Bett.]

Wird später ausformuliert oder gelassen.