25505 – #widgtsm August 2026

In spätestens einem Monat wird’s das gewesen sein mit dem Sommer. Und ich sitze immer noch in den Startlöchern. Es ist das Gefühl, als könnte der aktivste Teil des Jahres jederzeit beginnen. Also jetzt, jetzt gleich …, ich müsste nur …, ist aber auch nicht sooo spannend, ich meine, wer braucht das, nichtmal ich, bisher funktionieren alle Provisorien bestens.

Was auch funktioniert: Bei den eher überschaubaren Kontakten mit Menschen vergleichsweise umgänglich zu bleiben. Anderen mit meinen depressiven Stimmungen nicht auf den Sack zu gehen, halte ich für wichtig. Hilft allen.

Was (vermutlich) nicht funktioniert: Zu verhindern, dass die depressive Stimmung trotzdem rüberkommt. Stimmungen teilen sich mit, da hilft nichts.

Womit wir neben der ausbleibenden Sommeraktivität bei einer weiteren neuen Facette des depressiven Geschehens sind: dem depressiv gefärbten Nachdenken darüber, wie ich auf andere wirke. Das war bisher nicht Thema, an manchen Stellen bin ich eitel (ohne dass mensch es mir ansieht), an anderen uneitel bis zur Vernachlässigung, niemals bewußt gepflegt, aber wenn ich das Haus verlasse bin ich geduscht, gekämmt und halbwegs passend angezogen. Folglich bin ich bisher sehr selbstverständlich davon ausgegangen, dass ich den meisten Menschen egal bin und ein paar mich mögen. Die wenigen, die mich ausdrücklich nicht mögen, sind Menschen, mit denen ich einen der selten auftretenden Konflikte habe, die dürfen das und sind zu vernachlässigen.

Und an dieser im Grundsatz positiven Projektion hat sich etwas geändert. Minimal nur, aber wahrnehmbar. Sehr vorsichtig formuliert: Da ist Raum für die Vorstellung, dass manche Menschen mich mehr tolerieren als schätzen, dass sie auf meine Teilnahme an Event XY auch verzichten könnten und ganz allgemein ihr Zugewandheits-Level unterhalb von egal liegt. Das kenne ich so nicht von mir, das ist neu.

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Das ist jetzt ein seltsam introvertierter Eintrag in einer Rubrik geworden, die sich ja eigentlich mit machen beschäftigt. Aber so ist das gerade, von mir geht wenig aus, mit Mühe reagiere ich auf äußere Anlässe und bin ganz allgemein in meinen sozialen Beziehungen etwas verunsichert.

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Aber, um mit einer positiveren Note zu enden, das Gute an diesem unentschlossenen Zustand, der jederzeit „Sommerzeit“ werden könnte ist, dass es zwischendrin immer wieder gute Tage gibt, Tage, in denen etwas geschieht und ich mich wohlfühle. Einzelne Tage nur, aber immerhin. Die Aneinanderreihung solcher Tage ergäbe „Sommerzeit“, das funktioniert halt gerade nicht, aber heh, es ist nicht alles schlecht.

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Es ist, wie’s immer ist, wer es tagesgenau braucht, darf hier 25505 – #widgtsm August 2026 weiterlesen

25504 – Wer sonst nichts tut, hat Recht auf Schicksal.

In früheren Lebensabschnitten habe ich immer dann, wenn es mir mit mir langweilig wurde, einen Volkshochschulkurs belegt. Manchmal auch mehrere, das war dann Aufregung genug. In späteren Jahren hat das nicht mehr so gut geklappt, weil die Welt vor den Besuch die Entscheidung dafür gesetzt hat. Noch dazu muss diese Entscheidung zu einem deutlich früheren Zeitpunkt getroffen werden, als dem Beginn des Kurses. Gefühlt also in einer Zukunft, von der niemand weiß, ob das dann auch alles so passt. Das ist zuviel Reibung für den depressiven Geist.

Aber heute lief es abseits der VHS mal reibungslos. Das Gästetreffen der Gießener Kulturloge entwickelte sich ganz unvorhergesehen zu einem Wünsch-Dir-was in den Bereichen Sport, Kreativität und Theater. Und weil einfach wünschen etwas wenig ist, gab es seitens der Veranstalter auch Angebote. Einen ein-, eventuell zweitägigen Schnupperkurs Töpfern zum Beispiel. Nicht, dass ich schnuppern müsste, ich habe schon genug getöpfert, um zu wissen, dass ich Spass daran habe. Schwierig, nein, aufwändig ist in der Regel der Zugang zu den Materialien und dem Brennofen. Siehe oben, zuviel Reibung. Heute also statt Reibung einfaches Handheben, der genaue Termin kommt dann per Email. Ich mag alles daran.

Wartet, es wird noch besser. Ähnlich unkompliziert bin Teilnehmer eines Malkurses geworden, der von einer Künstlerin/Kunsthandwerkerin geleitet wird, die auch schon im Stadttheater Kulissen gemalt hat. Keine Ahnung, ob das als Qualifikationsmerkmal für Kurse im Rahmen der Erwachsenenbildung zählt, aber mal ehrlich, was zählt ist der Ort, die Ansprache und die Verbindlichkeit. Das alles nach nur einmal Handheben und etwas Diskussion im Vorfeld, wie mensch sich so einen Kurs denn wünschen würde.

Soweit das mich betrifft, werde ich mich Gesichtern – oder, falls es gelingt Ähnlichkeit herzustellen, Portraits – widmen. Denn, siehe Beispiel, da gibt es deutlich Luft nach oben.

25503

Vielleicht erinnert Ihr Euch, dass ich anfangs des Monats meine Bilder aus Google Fotos gesichert habe. Heute ist mir dann endgültig der Speicherplatz ausgegangen, was es notwendig machte, wenigstens einen Teil der Bilder zu löschen. Ich entschied mich, alle Bilder zu löschen. Und das war nicht trivial.

Sehr vielleicht ist es zu unser aller Sicherheit, vermutlich aber eher, um uns auf der Plattform zu halten, dass es …, ach egal. Im Ergebnis ist es nicht möglich, ohne eine externe Sicherung einen Teil oder alle Fotos zu löschen, da die Synchronisierung zwischen der Cloud und dem Phone es nicht zulässt, selektiv nur in der Cloud zu löschen. Meint, löschst Du in der Cloud, löschst Du auch auf dem Phone. Da ich auf meinem Phone noch genug Speicher habe, hätte ich aber gerne die Bilder auf dem Phone behalten, und nur in der Cloud gelöscht. Geht nicht.

Ist aber, da ich ja schon extern gesichert hatte, kein Ding. Dann trage ich halt nicht alle Bilder der letzten vier Jahre mit mir herum, sondern habe sie wie zu dreiviertel meiner Lebenszeit zuhause herumliegen.

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Ich hätte noch mehr aus der Google-sucks-Ecke zu berichten, aber ehrlich, mich langweilt’s. Da ist’s doch interessanter, dass der ganze Aufwand meinen Widerstandsgeist weckt. Früher oder später suche ich eine Alternative (vermutlich setze ich einen Homeserver auf) und dann wird’s wieder spannend.

25501

Der erste Wieder-zuhause-Tag. Es geschieht, was an solchen Tagen geschieht, Wäsche kommt wahlweise in den Wäschekorb oder zurück in den Kleiderschrank, ein größerer Lebensmitteleinkauf findet statt und abends werden die während der Woche versäumten Serienepisoden nachgeholt. Während all dem läuft im Hinterkopf die gar nicht mal so kleine Bemühung, wieder in die Vorhaben hineinzufinden, die vor der durchaus willkommenen Unterbrechung wichtig schienen.

Was mich am meisten überrascht, ist der Spass daran, wieder genau die Dinge zu essen, die ich essen möchte. Meint: meinen Gelüsten nachzugehen, anstatt unter geschmacklich guten, aber niemals wirklich gesunden Alternativen auszuwählen. Das sollte nicht missverstanden werden, ich mag gezuckertes Müsli und die Pommes mit Mayo, erlaube sie mir auch gerne als Ausnahme, aber wenn ich die Wahl habe, ersetze ich sie durch zuckerfreies Müsli und Bratkartoffeln mit Kräutern.

Und so komme ich zu der etwas seltsamen Erkenntnis, dass ich beides genießen kann, sowohl eine (Fast-)Woche voll kulinarischer Ausnahmen, als auch die Rückkehr zu meiner eingeschränkten, aber gesunden Lebensmittelauswahl. Sozusagen eine Intra-Win-Win-Situation, sehr schön, das.