25497

Im Journal steht, ich habe zwischen zwölf und viertel vor zwei auf der Terasse gessesen und Gedanken geordnet oder – in Klammern – sie vielleicht nur gehabt. Und tatsächlich bin ich zu Beginn des Tages in einer Stimmung, die  – obwohl wirklich alles ganz und gar und vollkommen anders ist  – der ähnelt, wie ich sie früher, also vor rund einem halben Jahrhundert, sehr mochte. Das verkaterte Aufwachen nach einem Fest in irgendeiner WG (wahlweise Land-WG), sich aus dem Schlafsack schälen, Kaffee suchen oder vielleicht auch das erste Bier, anderen beim Aufwachen zusehen, ins Gespräch und in den Tag kommen, langsam. Zwei/drei Stunden später dann gemeinsam aufräumen und den Vor-Fest-Zustand wieder herstellen.

<O>

Der gestrige Tag und das folgende Fest waren sehr, nun, schön. Ich bemerke, dass mir für angenehme Zustände das Vokubular weniger gut abrufbar ist. Tagsüber habe ich gemeinsam mit der Schwiegertochter den Garten für das Fest vorbereitet, irgendwann am frühen Nachmittag kam auch der Sohn dazu, noch etwas später die Schwiegerfamilie. Irgendwann gegen sechs Uhr abends, dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Gäste erwartet wurden, waren wir auch näherungsweise fertig. Und das überraschend erfolgreich, allerlei Buschwerk war zurückgeschnitten, die Wiese in Teilen gemäht, Wege erkenn- und begehbar, der Pavillon gestellt und die neue St.Pauli-Fahne gehisst [die Ösen, schreib was über diese fucking Ösen, …, ach egal]. Das Fest konnte beginnen.

Eingeladen waren Familie, Wahl-Familie, Freunde, ehemalige Kollegen sowie Ausbilder und sogar Kita-Freunde des Enkels, meint: die Altersspanne ging von fünf bis achtundsiebzieg, entsprechend ging es sehr erwachsen und jugendfrei zu. Und ausgesprochen gut gelaunt, viele verschiedenen Menschen, die sich zum Teil mehrere Jahre nicht gesehen hatten, es gab viel zu erzählen. Richtig viel, bei steigender Stimmung im Laufe des Abends, gekrönt von extensivem Singen aller bekannten Geburtstagslieder aus Ost und West um Mitternacht. Anschließend rituelles Geburtstagsgeschenke-Auspacken und Ausklang. Denn das Fest war in einer Länge durch den öffentlichen Nahverkehr limitiert, der letzte Bus fuhr gegen zwanzig vor zwei. Ensprechend machte sich gegen irgendwas nach eins die letzte größere Gästegruppe gemeinsam auf den Weg.

Schnell noch aufgeräumt, in weniger als einer Stunde sind die Festreste auf Spüle, Kühlschrank, Mülleimer und diverse Kisten verteilt. Festende, alle gehen, ich schlafe gegen kurz vor drei.

<O>

Nachdem ich also Gedanken mehr gehabt als geordnet habe, setze ich mich an die obigen Zeilen.

[15.00 – 16.30 Uhr:  Weiter gemeinsam aufgeräumt]

[16.30 – 18.00 Uhr: R. aus dem Hotel abgeholt und eine Runde in Bergedorf gegangen]

[18.00 -19.30 Uhr: Essen gegangen]

[19.30 – 22.00 Uhr: Familie nachhause, ich in den Garten, schlafe vor einem Video ein, erwache, schreibe diese Zeilen und gehe ins Bett.]

Wird später ausformuliert oder gelassen.

25495 bis 254xx – Hamburg, 21. – xx. August 2026

25495 Anreisetag

Früh aufgestanden und via Fernbus auf den Weg nach Hamburg gemacht. In Dortmund hatte ich etwas über drei Stunden Aufenthalt und nicht weit vom Busbahnhof entfernt ist der Dortmunder U-Turm. Das wußte ich vorher auch nicht, aber der Bahnhof macht an seinen Wänden für ein paar der Dortmunder Sehenswürdigkeiten Reklame. Kunst und Kultur hätten als Stichworte gereicht, als die Suchmachine noch umsonst hinzufügt, mache ich mich auf den kurzen Weg dorthin.

Dort angekommen habe ich dann auch viel Spass, den ich leider kaum in Bildern festgehalten habe. Es gab Bilder und Objekte von jungen Künstlern, einen ganzen Raum voller Mitmach-Kunst und einen Dome in dem sehr, sehr bunte Filme zu Musik von Pink Floyd gezeigt wurden. Da wäre ich gerne in der Entwicklungsphhase des Projekts dabei gewesen.

<O>

Ankunft in der Wohnung meines Sohnes gegen 21.00 Uhr, eineinhalb Stunden später ziehe ich in die Gartenhütte um, in der ich auch schon bei meinen letzten Besuchen übernachtet habe. Kurz die Luftmatraze aufgeblasen , die Elektronik an die Ladegeräte gehängt und diese Zeilen geschrieben und schon ist Schlafenszeit. Gute Nacht.

25494

Ein voller Tag. Nach einem langsamen Start in den Tag geht es vom Mittag ab los. Zunächst Therapie, danach Besuch von der Tochter, abends dann packen für die morgen viel zu früh beginnende Fahrt nach Hamburg. Wobei ich dabei die große Neigung verspüre (und ihr auch nachgehe), einen ganzen Teil der Packerei in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages zu verlegen. Denn eigentlich bin ich müde von einer zuvor schlecht geschlafenen Nacht und einem Tag voller Gespräch. Und mehr gibt es für heute nicht zu berichten.

 

 

25493 – #hdnazt

Die monatliche Fallout 4 Berichterstattung. Immerhin habe ich zwischendrin ein paar Notizen gemacht, ansonsten hätte ich das Gefühl, dass eigentlich nichts Berichtenswertes geschehen ist.

Am Interessantesten sind meine Erfahrungen damit, mir von Künstlicher Intelligenz helfen zu lassen. Was dort am Erfolgreichsten ist, wo es schon Quellen gibt, zu denen mensch dann geht, seien es Videos oder Texte. Sobald ich versuchte, nur mit den Angaben aus der KI selbst zu arbeiten, sagen wir für eine Wegbeschreibung oder eine bestimmte Vorgehensweise, ging das immer nur sehr eingeschränkt. Niemals waren die Tipps wirklich falsch, aber es schien mir, als ob so eine KI nur unvollkommene Ideen davon hat, woran sich Menschen orientieren, wenn sie von A nach B wollen. Die ganze Nummer war immer sehr anfällig für Mißverständnisse.

Dann überraschte mich ein Abend sehr, indem er zur tiefsten Nacht wurde (4.00 Uhr) während ich mich darin verlor, eine neue Unterkunft für meinen Charakter zu bauen. So mit Bildern an der Wand und einer Leseecke, alles sehr gemütlich für ein Leben in der Apokalypse. Aber das Was finde ich gar nicht so wichtig, sondern dass das überhaupt geschehen ist, dass ich tatsächlich über der Aufgabe die Zeit vergessen habe. Denn ganz oft habe ich einen maulenden Pubertierenden im Hinterkopf, der halt mitkommt, weil er muss,  und dann bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit „Laaangweilig!“ sagt. Niemals laut, aber mit großer Beständigkeit. Und der war einfach mal still. Sehr schön.

Aber auch an langweiligen Spieleabenden kann gelegentlich Unerwartetes geschehen. So geschehen während einer Sidequest in irgendwelchen Tunneln, in denen ich zuvor schon einmal eine Hauptquest nicht abschließen konnte, weil …, naja, weil ich eben nicht fand, worüber ich jetzt unerwarteterweise fiel. Und schon hat das virtuelle Leben wieder Sinn!

Kurz, mein Leben in der Apokalypse ist gerade etwas unausgeglichen, mal läuft’s ganz gut und zu anderen Zeiten habe ich das deutliche Gefühl, jetzt eigentlich alles erlebt zu haben, was es dort zu erleben gibt. Aufhören und sich einer anderen Spielewelt zuwenden wird zu einer Option.