25378 – Fahrradausflug auf den Hoherodskopf

Freitag Abend bekomme ich den Anruf einer Bekannten, in dem sie mich zu einem Fahrradausflug einlädt. Dabei erhofft sie sich auch Hilfe bei der Erstinstallation des Fahrradträgers (so ein Teil, das auf Anhängerkupplung aufgesetzt wird). Gerne, ich helfe wo ich kann.

Und so bin ich heute am späten Vormittag zum Hoherodskopf gefahren worden, mein und ihr Fahrrad auf dem Träger. Dort sind wir eine kleine Runde nach Ullrichstein gefahren, die sich auch wegen zwei ausgedehnter Pausen bis in den Abend ausgedehnt haben. Ein angenehmer und sonniger Tag.

25376

Ich bin heute gemeinsam mit Freundin A. zufällig an einem Einrichtungshaus vorbeigekommen, das vermutlich Ende des Monats schließt. „Alles muss raus!“, und das mit zum Teil erheblichen Rabatten. Und so kam es, dass ich mir nicht nur einen Webteppich kaufte, der mir sehr gut gefiel, sondern auch gleich die Stoffe, mit denen ich die Fensterfront abhängen möchte (im Bild auf dem Bett).Wer mich kennt weiß, dass beide Einkäufe sehr ungewöhnlich sind. Der Stoffkauf zwingt mich, mit neuen „Materialien“ zu arbeiten. Nicht wegen des Arbeitsprozesses, ich komme gut mit einer elektrischen Nähmaschine zurecht, sondern wegen „neu“. Ich mag gebrauchte Materialien unter anderem deswegen, weil Fehler dann leichter verschmerzbar sind. Bei den Vorhängen wird’s also drauf ankommen.

Und der Teppich ist einfach Luxus (an meinen Maßstäben gemessen), ich wusste nicht, dass ich ihn wollte, bevor ich ihn sah.

An dieser Stelle eine Erwähnung ehrenhalber für A., die mich bei unseren gemeinsamen Ausflügen immer wieder gerne zum Geldausgeben animiert. Ich brauche das. Sie kann das. Gutes Team.

25375 – Rahmen und Farbe

Mit meinen „2-Minuten-Schnellkopien“ habe ich anscheinend einen Punkt bei mir getroffen. Sie machen mir Spass und ich bin mit den Ergebnissen zufrieden. Heute so:Zugegebenermaßen keine große Kunst, nichtmal kleine, aber der bisherige Sieger im Zeit-Leistungs-Test, viel gutes Gefühl für wenig Einsatz. Und sagen wir als handgemalte Geburtstagskarte für einen befreundeten Menschen …, der würde sich doch freuen.

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Der Künstler, den ich da aus einem Bildband kopiere, heißt Otto Müller. Über den gibt es bei Wikipedia einen Artikel, der auch Kritik mehr als andeutet:

Eine kritische Aussage in der Ausstellung stellt fest, dass Muellers nackte Frauenkörper als „sexualisierend und objektifizierend“ aufgefasst werden könnten. Nach einer anderen Aussage seien Muellers Bilder von Sinti und Roma eine Fortführung herkömmlicher Stereotype über diese Volksgruppe.[8]

Letzteres ja, ersteres nein, solange ich auch draufschaue. Im Gegenteil, was mich an seinen Bildern fasziniert, ist die Beiläufigkeit der gezeigten Nacktheit. Es ist die Nacktheit der – gelegentlich als prüde beschimpften – FKK-Strände, nicht der Spelunken und Bordelle. Wikiart zeigt viel von seinem Werk, am besten, Ihr macht Euch selbst ein Bild.

Eigentlich zeigt Wikiart sogar zuviel von seinem Werk. Otto Mueller hat durch seine Frau Maschka sein gesamtes Frühwerk (überwiegend Ölbilder) verbrennen lassen. Erhalten sind nur gelegentliche Fotografien und was sich nicht mehr in seinem Besitz befand. Er hat sich mit diesen frühen Bildern, trotz technisch überzeugender Ausführung, nicht mehr identifiziert. Dass durch die chronologische Anordnung seiner Bilder auf wikiart, die wenigen erhaltenen Frühwerke den Rest des gezeigten „framen“ kommt mir falsch vor.

Wenn Euch also an den von mir gezeigten Skizzen irgendwas „sexualisierend und objektifizierend“ vorkommt, dann bin ich das, nicht Otto. Sorry, ist nicht so gedacht, aber im Zweifel nehme das mit Bedauern auf mich.

25374 – Limitierungen

Ich habe Euch schon sehr lange nichts mehr von meinen Zeichenübungen gezeigt. Das hat verschiedene Gründe, einer der wichtigsten ist, dass Fotos selbst von subjektiv gelungenen Sachen gnadenlos alle Fehler aufdecken (obwohl ich noch nicht ganz verstehe, warum das so ist). Ich mag das dann nicht mehr zeigen. Zum anderen kommt es mir gerade so vor, als ob ich keine Fortschritte mehr mache. Diesem Gefühl, auf einem Fähigkeitsplateau festzustecken, begegnen Künstler und Kunstlehrer damit, harte Limitierungen einzusetzen. Diese Limitierungen können alles betreffen, Technik, Palette, Material, Zeit, You-name-it. Mich erinnert das sehr an paradoxe Interventionen oder Symptomverschreibungen in der Therapie, es geht darum absichtlich „schlechte“ Kunst zu produzieren.

Ich habe mich heute mit einer Zeitvorgabe limitiert, außerdem mit ungeeignetem Material (Vokabelheft und dicker Filzer, so wie ganz zu Beginn meiner Übungen). Meine selbstgestellte Aufgabe: Vier Motive von Otto Mueller „schnellkopieren“, bedeutet: zu schauen, wie weit ich innerhalb von zwei Minuten mit einer Skizze der Vorlage käme.

Das sieht dann so aus:

Mensch sieht, schlechte Kunst kann ich gut! Nein, quatsch, mensch sieht, dass in jeder der Skizzen das Potenzial steckt, etwas halbwegs Überzeugendes zu machen. Was zu beweisen wäre, gerade die letzte Skizze des Liebespaares war so unfertig, dass ich es nicht dabei belassen konnte. Eine geschätzte halbe Stunde später sah die Schnellkopie dann so aus:

Das ist nicht richtig gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Ich bin zufrieden.