25559 – Große-Buben-Spielzeug

Mein Bruder wohnt so, dass mensch ein Paket lieber nicht zu lange unbeaufsichtigt stehen lässt. Folglich lassen wir Pakete für ihn lieber an meine Adresse gehen. Heute war dann der erste Tag, an dem wir beide gnug Zeit hatten, uns um das letzte Paket zu kümmern, einen 3D-Drucker.Mit dem haben wir dann den Rest den Tages verbracht. Der Aufbau dauerte seine Zeit, den Drucker im Heimnetz anzumelden dauerte seine Zeit, die Anmeldung bei der Herstellerfirma gelang trotz mehrfacher Versuche gar nicht, und auch die ersten zwei Drucke dauerten ihre Zeit.

Und warum dieses seltsame Boot? Nun, das ist 3D-Benchy, ein Objekt, das vermutlich jeder Besitzer eines 3D-Druckers schon einmal ausgedruckt hat. Es dient als Benchmark und Funktionstest. Wer wissen will, ob sein Drucker überhaupt tut und wie gut er tut, was er tut, druckt den Kahn. So auch wir. Tja, obwohl wir lange Zeit ernste Zweifel daran hatten sind wir sehr gewöhnlich.

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Ich bin gerade extrem angefressen, weil es mir nicht gelungen ist, die Dinge herauszufinden, herunterzuladen, oder ganz allgemein und überhaupt: Das digitale Leben ist blöd.

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Wenigstens war der erste Teil des Tages halbwegs angenehm, naja, zugegebenermaßen gänzlich angenehm. Eine Führung in der Galerie 23 mit der zukünftigen Malgruppe. Vor, während und danach angenehme Gespräche mit angenehmen Menschen. Bei genauerer Betrachtung ist das Glas dreiviertel voll.

25557 – aufg.räumt

Heute Besuch von Freundin und Exnachbarin F., mit dabei der vor Ort großgewordene Nachwuchs, mittlerweile zwei junge Erwachsene. Anläßlich dessen habe ich aufgeräumt – schon deswegen mag ich jede Sorte von Besuch, ich räume dann auf – und das Ergebnis zeitnah dokumentiert. Wer jemals versucht hat, einen Kohlweißling mit geöffneten Flügeln zu fotografieren, weiß, wie schwer solche Momente festzuhalten sind.

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Und etwas ganz anderes:

Wer jemals versucht hat, in einem Satz wie diesem die Kommas richtig zu setzen, weiß, wie schwer Unsicherheit auszuhalten ist.

25556 – Das Haus verliert nichts

Habe den ganzen Tag herumliegende Dinge, zumeist in irgendeinem Behältnis aufbewahrt, sortiert und im Idealfall auch neue Aufbewahrungsorte dafür gefunden. An einer Stelle bietet es sich an, den Beitrag von gestern fortzuschreiben. Ihr erinnert Euch, es ging um die Erstellung und den Ausdruck eines Passfotos für ein neues Krankenkassenkärtchen.

In all den zu sortierenden Papieren bin ich nämlich auf die Anforderung des Passfotos gestoßen. Wovon ich zunächst überrascht war, weil ich dachte, ich hätte die Anforderungen weggeworfen. Weggeworfen nicht aus Ignoranz, sondern weil ich, wenn ich das Foto hätte, direkt bei der Krankenkasse vorbeigehen würde.

Und meine Erinnerung war richtig, denn die Anforderung des Fotos war von 2012, zweite Erinnerung. Interessanterweise mit Rückumschlag an das „Servicecenter Bildanforderung“ in Oldenburg. Das lässt mich ein wenig daran zweifeln, dass ich damals das Kärtchen gleich ausgestellt bekam.

Vorteil an der Geschichte: ich werfe das Formular mit der Bitte um Bearbeitung oder Weiterleitung beim nächsten Stadtgang in den Briefkasten der Krankenkasse und kann mich zurücklehnen. Wenn alles gutgeht, kommt dann auch irgendwann ein neues Kärtchen. Passt.

25555 – Bitte nicht lächeln

Manchmal weiß ich recht genau, warum ich mich vor einer bestimmten Aufgabe drücke. Und manchmal werden solche Aufgaben dann unaufschiebbar. So auch heute die Geschichte mit dem Passfoto für die AOK-Versichertenkarte. In der Vergangenheit hat die AOK mich mehrfach angeschrieben, um ein neues Passfoto für die zu verlängernde Karte anzufordern. Hätte sie schnell und unkompliziert haben können, wenn sie nicht ein „amtliches“ Foto angefordert hätte, meint: eines, dass den Anforderungen für Passotos im Personalausweis erfüllt. Die Idee, für ein AOK-Kärtchen zum Fotografen zu sollen, empfand ich als Zumutung und schob die Geschichte erstmal auf.

Gestern dann versagte die Karte erstmals ihren Dienst, als sie ausgelesen werden sollte. Das hätte sie wenigstens bis Dezember dieses Jahres nicht tun sollen. Wie auch immer, das Passfoto wurde nun dringend und der Fotograf war noch immer keine Option. Was aber auch nicht notwendig wurde, denn ein gut ausgeleuchtetes Selfie bei Tageslicht lässt sich vergleichsweise schnell mit der Hilfe eines Fotogenerators in ein amtliches Passbild verwandeln. Das ist noch nichts, wovor ich mich drücken würde.

Was ich gerne vermieden hätte, war das Ausdrucken. Weil ich die unsinnige Idee hatte, das müsste – wenn mensch es einmal verstanden hat – auf einfache Weise vom Tablet aus zu erledigen sein. Immerhin haben die  Hersteller des Tablets und des Druckers jeweils eigene Apps dafür mitgeliefert, oder? Leider nicht genau dafür, die wichtigsten Standardaufgaben und -formate werden unterstützt, aber die Aufgabe, ein Foto unbekannter Auflösung in einer bestimmten Größe (hier 10×15 cm, die Größe der Fotokarten, wie mensch sie vom Fotografen mitbekommt) konnten beide Apps nicht erledigen. Bis ich das glauben, sprich verifizieren konnte, verging sehr, sehr viel Zeit. Etwas weniger, aber immer noch viel zu viel Zeit verging damit, nach einer App zu suchen, mit der ich das dennoch erledigen könnte. Denn mittlerweile ging es „um die Ehre“, ein Foto mit dem USB-Stick zum Drucker tragen, skalieren und ausdrucken, das kann ja jeder.

Ab hier kürze ich ab, denn wer erzählt schon gerne Misserfolgsgeschichten (okay, ich anscheinend, wenn mensch bedenkt, wie lange dieser Text schon ist)? Kurz und unter Auslassung aller technischen Einzelheiten: ich habe keinen Weg gefunden, das Foto auf dem Tablet zu skalieren und an den Drucker zu schicken. Irgendwann gab ich auf, genervt und geschlagen.

Also das Bild auf den USB-Stick gezogen, denn ein Foto mit dem USB-Stick zum Drucker tragen, skalieren und ausdrucken, das kann ja jeder. Also außer mir. Vielleicht weil ich zu genervt war, vielleicht weil die Option sich zu gut verbirgt, vielleicht weil die Druckersoftware es wirklich nicht hergibt, ich musste auch hier aufgeben.

Wie gerne hätte ich etwas Neues gelernt, war leider nicht! Denn ganz zum Schluß kehrte ich reuevoll zu meinen PC zurück, öffnete das Foto in meinem längst veralteten Bildbetrachtungs- und -bearbeitungsprogramm, ging auf [Drucken …], gab in der Maske die gewünschte Größe in Zentimetern ein und druckte aus. Einfach so! Wahnsinn!

Nur um den Bogen zum Anfang zu schlagen, ich wußte, dass sich der Ausdruck schwierig gestalten würde, war aber davon überzeugt, dass es irgendwie machbar sei. Und ich hatte wenig Lust auf Software-Gefrickel, weswegen ich die Sache lange aufschob, nur um dann umso verbissener dran zu bleiben. Als das Bild aus dem Drucker fiel war es halb fünf am Nachmittag. Gebt Euch das, über dem Ausdruck eines Passfotos ist ein ganzer Tag vergangen. Manchmal übertrifft das Leben sogar die eigenen Unheils-Erwartungen.