25492 – Plastikpuppe, mal anders

Jahre zurück habe ich aus einem alten, schwarzen Wasserrohr einmal eine Holzpuppe improvisiert. Streng genommen und weil das Wasserrohr aus Kunststoff ist, ist es eine Plastikpuppe. Was aber aus mehr als einem Grund falsch klingt.

Für die, die Holzpuppen nicht kennen, sie sind ein Trainingsgerät, das in verschiedenen Kampfkünsten anstelle eines menschlichen Widerparts verwendet wird. Abhängig von Verständnis und Geschmacksrichtung der jeweiligen Schule variieren diese Verwendungen sehr. Meine Puppe war bis gestern im blauen Wagen auf eine Art und Weise angebracht, die auch kraftvollere Verwendungen zulies, obwohl in meiner Schule der Fokus eher auf  „weichen“ (die Druckrichtungen und Winkelverhältnisse betonenden) Trainingsweisen lag. Ich hatte sie viele Jahre im Gebrauch, nach meinem Achillessehnenriss dann gar nicht mehr.

Gestern also ist die Holzpuppe vom Wagen in den Dome umgezogen und sucht dort jetzt ihren Platz. Ganz egal, wo sie letztendlich zu stehen kommt, zwei Probleme-wäre-zuviel-gesagt muss ich lösen. Für das erste, die Anbringung (in diesem Fall die elastische Verankerung im Boden) glaube ich schon eine Lösung zu haben. Die aber – und das nur nebenbei erwähnt für die, die wissen, wie das Trainig an einer Holzpuppe aussehen kann – keine wirklich kraftvolle Verwendung zulassen wird. Positiv formuliert wird eine alters- und typentsprechende Verwendung möglich sein.

Die zweite Fragestellung ist die interessantere, nämlich: Wie kann das Ding aussehen? Denn bei schwarz soll es nicht bleiben, wie also kann die Puppe bunt werden? Ich bin dran, habe auch schon erste Ideen, aber warum ich mir die Mühe mache, das hier lang und breit zu erklären, ist, dass ich auch Euch um Input bitten möchte. Also dann, wenn Ihr damit klar kommt, dass ich Eure Ideen nicht kommentieren werde und im Endeffekt ja doch mache, was ich will. Wir könnten es als gemeinsames Brainstorming mit mir als endgültigem Entscheider verstehen. Also, was würdet Ihr tun? Was würde Euer abgefahrener Nachbar unter Drogeneinfluss tun? Was würden Eure Eltern oder Kinder tun? Oder Euer Schimpanse, was weiß ich denn, denkt Euch was aus. Soweit es mich betrifft werde ich jeden Beitrag, auch das lapidarste „Einfach hellgrün streichen!“, abfeiern, kommentarlos.

25491 – Der blaue Wagen ist leer

Mit Hilfe von Freundin A. ist heute gelungen, was ich alleine nur schlecht bewältigen konnte: gaaanz viele Dinge wegzuwerfen, die noch im blauen Wagen lagen und mir das Leben verstopften. Und all das andere Zeug, das nicht weggeworfen wurde, an Orte zu bringen, wo es besser lagert als im blauen Wagen, der strenggenommen schon seit über einem Jahr nicht mehr meiner ist.

25490 – Klimmzugstange (2)

Es ist noch nicht Mittag, da bin ich schon mit den restlichen Übungen und einer kleineren Ergänzung für die Stange durch.

Mit den Übungen war das einfach, ich habe sie ausgelassen. Es erschien mir, als hätte die KI meines Vertrauens das Interesse verloren, den gestern eingeschlagenen vorsichtigen Weg weiterzugehen. Bei einem Menschen würden wir von einem Stimmungsumschwung sprechen. Keine Blutdruckmessungen mehr, stattdessen eine Korrektur zu gestern. Ich paraphrasiere: „Du solltest die Idee mit dem Klimmzug wirklich aufgeben. Nähere Dich ohne Anstrengung soweit wie möglich und dann lass‘ es gut sein. Die letzte Meile, der wirklich und wahrhaftig ausgeführte Klimmzug, bedeutet eine wirkliche und wahrhaftige Anstrengung, die nicht kalkulierbar ist. Und da halte ich mich definitiv raus! Ich gebˋ Dir noch ein paar Übungen, darüberhinaus würde ich das Thema jetzt gerne aufgeben.“

Fair enough, ich hatte ohnehin nicht vor, die Verantwortung abzugeben. Und vorbereitende Übungen zeigen mir Videos ebenfalls besser, als jede KI sie beschreiben kann. Ab hier ist die KI wieder draußen.

Das mag jetzt etwas enttäuscht/enttäuschend klingen, ist es aber nicht. Den unterm Strich haben die paar investierten Stunden zu einer Reihe weiterführender Gedanken und Beobachtungen geführt.

  • Über allem: Ich muss mit mir vorsichtig sein. Dennoch geht deutlich mehr, als gegenwärtig in meinem Alltag habe.
  • Interessanterweise sind die vorbereitenden Übungen aus dem Calisthenic-Bereich für mich am geeignetsten, obwohl die Jungs und Mädels Dinge zeigen, die für mich, für Dich und 99,9% der Menschheit unerreichbar bleiben. Was daran liegen mag, dass die wirklich ganz, ganz vorne anfangen und keinerlei Abkürzungen gehen.
  • Bei den Klimmzügen wie im Lauftraining gilt: Muskeltraining kann schnell gehen, aber Bänder und Sehnen haben etwa die dreifache Adaptionszeit. Zu schnell steigern schadet.
  • Meine größte Chance auf einen Klimmzug in, sagen wir einem dreiviertel Jahr, ist, die ganze Nummer spielerisch zu halten. Während des fernsehens irgendwas mit der Stange zu machen, nicht anstrengend, aber oft und regelmäßig. Die Gewichte, die ich über die Umlenkrolle ziehe, nur in kleinsten Schritten steigern. Nicht ungeduldig werden, beharrlich bleiben.

Soweit die klimmzugbezogenen Erkenntnisse. Nun habe ich die Erfahrung, dass ich nicht unbegrenzt viele Dinge zur gleichen Zeit wollen kann. eigentlich sogar sehr wenige, ein bis zwei vielleicht, wenn es über einen längeren Zeitraum gehen soll. Daraus folgt:

  • Ich muss anderen Dinge, konkret den regelmäßigen Zeichenübungen, die Priorität entziehen. Das trifft sich gut, weil ich da ohnehin gerade feststecke und die Geschichte krampfig wird. Außerdem: für den Hausgebrauch reichts!
  • Auch das Thema Ernährung (bzw. deren Dokumentation) braucht gegenwärtig zu viele Energien, die gerne anderswo einsetzen möchte.
  • Letztlich, in mir wird die Idee stark, einfach mal wieder alle Energie in körperbezogene Aktivitäten umzuleiten. Vielleicht sollte ich mir einen Zeitraum geben – ein Jahr kommt mir gut vor -, in dem ich mich dem Thema widme. Einfach schauen, was draus wird, und danach wieder alles lassen (dürfen), was sich nicht oder nicht mehr richtig anfühlt.

Und noch zwei unverbundene „Anregungen“, von denen ich noch nicht weiß, ob ich sie weiterverfolge.

  • Eine der von mir zuvor „unterfordend“ genannten Übungen war es, auf der Stelle zu laufen. Das hatte ich noch nie zuvor gemacht, bemerkte aber schnell, dass ich einen Rhythmus fand und das „wirklichem“ Laufen erstaunlich nahe kam. Seit ich aufgrund meines Achillessehnenschadens mit dem rechten Vorderfuss keinen Vortrieb mehr erzeugen kann, muss ich auf das Lauftraining verzichten und habe nie einen Ersatz dafür – meint: einen anderen Ausdauersport – gefunden. Jetzt überlege ich, ob und auf welche Weise „auf der Stelle laufen“ dieser Ersatz sein könnte.
  • Abschließend hat das ganze „Gespräch“ mit der KI gezeigt, dass abseits konkreter Ergebnisse (oder deren Fehlen) dennoch wichtige Ideen auf der menschlichen Seite der Konversation entstehen können. Es braucht manchmal halt jemanden oder etwas, der oder das nachfragt. Mit Freund J. habe ich Jahre zurück mal eine Interview-Serie begonnen, die nie über das erste sehr ausführliche Interview herauskam. Die Idee war, grob nach Jahrzehnten unterteilt, unsere Erlebnisse festzuhalten. Diese Idee mit einem KI-Stichwortgeber wiederaufzunehmen, ging mir durch den Kopf und hätte noch dazu den Vorteil, dass das Transskript des „Gesprächs“ sozusagen nebenbei entsteht. Was wiederum zu Blogbeiträgen führen könnte.

Viele Ideen für ein Wochenende.

 

25489 – Klimmzugstange

Dem heutigen Tag könnten wir uns aus vielen verschiedenen Richtungen nähern. Ich wähle den sportlich-medizinischen und bastlerischen Ansatz.

Mit nur drei Übungen, die die meisten seit Grundschultagen kennen, kann mensch alle Muskelgruppen trainieren: Kniebeugen, Liegestütz und Klimmzüge. Dazu noch gelegentliches Lauftraining und schon bleibt der Mensch auch im Alter leistungsfähig. Okay, mensch muss das auch wollen, was aus den verschiedensten Gründen wieder alles viel schwieriger macht (ich schweife ab).

Von den erstgenannten drei Übungen habe ich eine niemals ausführen können, Klimmzüge. Selbst zu Zeiten, als 3 x 20 Liegestütz kein Problem waren, gingen Klimmzüge nicht. Und irgendwie hat mich das immer geärgert. Gestern abend hat mir YouTube dann mal wieder ein Fitness-Video vorbeigespült, das auf irgendeine Weise mein Interesse weckte, vermutlich wegen Klimmzügen.

Restinhalte davon hat mein Gehirn durch die Nacht gerettet, zumindest gab es heute morgen den Impuls, mal eben die KI nach einem Trainingsplan für Klimmzüge zu fragen. Weil ich auch gleich mein Alter angebe und den Trainingszustand (Null) will die KI nichts versprechen, aber in cirka vier Monaten könnte das mit dem ersten Klimmzug was werden. Das ist deutlich länger, als ich erwartet hatte. Und da hatte ich noch nichts von meinem Aortenaneurysma erzählt.

Wäre die KI ein Mensch hätte sie mir an dieser Stelle das Tablet zugeklappt, mich zum Arzt geschickt und jede weitere Kommunikation verweigert, bis ich mit einer als Blutdruckwert ausgedrückten Belastungsgrenze zurückgekommen wäre. Aber sie ist kein Mensch und ich bleibe mit meinem Anliegen beharrlich. In der Folge absolviere ich eine Folge deutlich unterfordernder Übungen, die sich alleine deswegen sehr lange hinziehen, weil ich vorher fünf Minuten sitzen und den Blutdruck messen muss, dann die Übung machen und nach einer bzw. fünf Minuten nochmal den Blutdruck messen muss. Nach drei oder vier Übungen steigt mir der Blutdruck vor Ärger und Ungeduld, was ich auch zum Ausdruck bringe. Danach bekomme ich erstmals eine Übung, nach der der Blutdruck leicht erhöht ist. Und den Hinweis, dass die Messungen nach den Übungen natürlich nicht die Bluthochdruckspitzen während der Übungen abbilden können. Ja, klar.

Aber, immerhin, bis hierher alles unauffällig. Die KI möchte jetzt ein paar Übungen mit Bezug auf des Klimzug-Ziel machen, bevorzugt an einer Stange oder auch an Ringen. Ersatzweise was an einem Tisch. Oder so. Ich habe keine Stange, nicht im Türrahmen und auch nicht sonstwo, aber ich habe schon darüber nachgedacht. Zwar in einem nur leicht anderen Zusammenhang, Rollenzüge an der Decke zum Zwecke der Anbringung von Trainingsgewichten, dennoch. Ich beschließe, mit den Übungen für heute aufzuhören und stattdessen die wage vorhandenen Gestaltungsideen abzuwandeln und umzusetzen.

Es ist, wie es immer ist. Das notwendige Material ist vorhanden, muss aber erst gefunden werden. Stunden später hängt eine Stange an meiner Decke, deren Höhe verstellbar ist und die mein Gewicht sicher trägt. Im Moment noch die Minimalanforderung, weitere Ausbaustufen sind denkar und wünschenswert. Geplant ist das Einhängen von Gewichten in das Seil, dafür muss ich aber weitere Umlenkrollen und Haken besorgen.

Erklärungsbedürftig ist vielleicht der Ort, den ich für die Aparatur gewählt habe. Sie hängt direkt oberhalb des Fernsehsessels, damit ich während der Übungen weiter fernsehen kann (klar, der Sessel wird dafür zurückgeschoben). Und warum das? Naja, da ich wegen des Aneurysmas jede wirkliche Belastung (sprich Bluthochdruckspitze) vermeiden muss, muss der Kraftaufbau sehr, sehr langsam und unter fast keiner Belastung geschehen. eher so nebenbei. Vermutlich werde ich Wochen unter dieser Stange stehen und die entscheidenden Muskel nur anspannen, damit sie sich gewöhnen. Fernsehen wird dabei und auch bei anderen Übungen möglich sein, der limitierende Faktor ist nur die Blickrichtung.  Und ich glaube, die ist gut gewählt.

<O>

Tja, und jetzt dürfen wir gespannt sein, ob es mir gelingt, das Vorhaben durchzutragen. Solche mit viel Elan begonnenen Sachen laufen manchmal ja unerwartet schnell wieder aus. Zumindest im Moment habe ich ein gutes Gefühl.