25434 bis 25442 – Wien, 21. bis 29.6.2026

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21.6.26, Sonntag

Nach mehr als zehn Stunden Fahrt mit dem Bus und zwanzig Minuten U-Bahn bin ich kurz nach eins in meiner Unterkunft, die auf sympathische Weise anders ist. Manche Airbnbs sehen aus als seien eigens zum Zweck des Vermietens bei einem großen und billigen Möbelhaus zusammengestellt, dieses hier wirkt, als hätten dir Freunde für die Zeit ihres Urlaubs die Wohnung überlassen. Alles ist da. Und noch viel mehr. Ich kann mir meinen Kaffee auf vier verschiedene Weisen zubereiten und meine bevorzugte ist dabei, ich weiß das zu schätzen. Ich mag die Kunst an den Wänden und was in den Bücherregalen steht, das verstärkt den Bei-Freunden-Touch. Im ersten Ansatz fühle ich mich wohl.

Über eine Wendeltreppe lässt sich sogar eine kleine Dachterasse erreichen. Also eigentlich eine große Dachterasse, die aber aus verschiedenen Wohnungen über jeweils eigene Aufgänge zu erreichen ist und mittels Sichtschutzzäunen (vermutlich aus einem großen und billigen Baumarkt) unterteilt wurde. Die Pflanzen daran und davor machen es so freundlich, wie es bei einem solchen Arrangement eben geht. Ich will nicht klagen, es ist eine Terasse!

Schon sehr bald nach der Ankunft sitze ich bei Internet und Tee vorm Tablet um diese ersten Zeilen einzutippen. Aber …, ich bin doch sehr müde von der Fahrt und lege mich erstmal für eine halbe Stunde ins Bett.

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Ich versuche mal maximal abzukürzen, es ist 21 Uhr und ich bin sehr, sehr müde. Zwei Gründe dafür, erstens bin ich viel gelaufen und zweitens war es sehr heiß dabei.

Meine Mittagsruhe hat sich bis 16 Uhr hingezogen, danach machte ich mich zum Schloss Schönbrunn auf. Das ist von meiner Unterkunft aus fußläufig gut zu erreichen und für einen angebrochenen Tag Aktion genug. Nicht die Besichtigung der verschiedenen Ausstellungen im Inneren, mir war danach, einfach den Park etwas zu erkunden. Nebenbei bin ich drei Caches abgelaufen, alle auch unter Sightseeing-Gesichtspunkten suchenswert. Nach zweieinhalb Stunden trödligem Gelaufe habe ich den entferntesten Punkt von der Unterkunft erreicht, zugleich bekomme ich Hunger und Durst. Der Rückweg dauert dann bis zu einem Inder nahe der Unterkunft nur noch eine Stunde. Dort kurz etwas gegessen und „nachhause“.  Zum runterkommen den täglichen Medienkonsum nachgeholt und dabei schnell gemerkt, dass ich mehr als nur ein bisschen absacken möchte.

Vor allem möchte ich nicht mehr ausführlich berichten, auch keine Fotos sichten/hochladen und was sonst noch so Chronistenpflicht wäre. Weswegen ich das für heute und im ersten Ansatz lasse. Ich werde nachliefern, nur nicht mehr heute.

22.6.26, Montag

23.6.26, Dienstag

24.6.26, Mittwoch

25.6.26, Donnerstag

26.6.26, Freitag

27.6.26, Samstag

28.6.26, Sonntag

29.6.26, Montag

25433 – Wien Abreisetag

Heute ist der Tag, an dem ich abends nach Wien starte, gestern war der Tag, an dem ich gepackt habe, ganztägig. Wer hier schon länger mitliest weiß, dass bei solchen Gelegenheiten ersteinmal alles Mitzunehmende auf dem Bett landet und im zweiten Schritt in der Reisetasche. Diesen Prozess habe ich etwas verändert, es sind nun vier Plätze, an denen sich verschiedene „Themen“ sammeln. Klamotten sind immer noch auf dem Bett, Elektronik liegt auf der Kommode (Ladekabel bis Steckdosenadapter), Kreativzubehör auf dem runden Glastisch (Stifte bis Klebeband) und letztlich eine kleine Liste der Dinge, die innerhalb der letzten Stunde in den Rucksack oder die Reisetasche finden müssen (Notizbuch bis Hausschuhe). Diese neue Aufteilung begründet sich darin, dass – mit Ausnahme der Klamotten – alles erst heute in die Tasche kommt, weil es zumindest über Nacht, noch gebraucht wird.

Was auch zu dieser Vorbereitung gehört ist, das Ersatzfahrrad hinter drei bis vier anderen Ersatzfahrrädern aus unserem Fahrradschuppen zu zerren und auf Funktion zu überprüfen. Seit den letzten zwei Reisen benutze ich das Ersatzfahrrad für den Weg zum Bus hin und rückzus nachhause. Damit erspare ich mir die Öffis und Minimum dreißig Minuten Fußweg. Für das Fahrrad bedeutet das, dass das Fahrrad eine Woche bis zehn Tage irgendwo in Bahnhofsnähe herumsteht. Deswegen Ersatzfahrrad, eigentlich eine beschönigende Bezeichnung für Wegwerf-Fahrrad, niemals könnte es mein E-Bike länger als einen Notfall lang ersetzen. Von den ehemals drei Gängen geht noch einer und jedes Teil daran ist veraltet-alt und nicht nostalgisch-alt. Kurz, wer es klaut, braucht es wirklich. Ich hoffe, es ist dringend.

Heute also ist jede Kategorie von Reisezubehör schnell um tagesaktuelle Gegenstände ergänzt und eingepackt. Ich checke nocheinmal das Vorhandensein der Tickets in der App und weil ich ein Boomer bin (genauer ein Jones, anderes Thema) drucke ich sie auch aus. Wer sein erstes Phone in den frühen 50ern erhielt macht so etwas. Unnötig, aber unglaublich beruhigend.

Die meisten von euch werden diesen Text zu einem Zeitpunkt lesen, an dem ich hoffentlich schon in Wien bin. Die frühesten dürfen mich gedanklich im Bus begleiten, schlafend oder lesend. Wer unmittelbar nach Erscheinen liest trifft mich vielleicht in Karlsruhe, wo ich eineinhalb Stunden Aufenthalt habe. Wie-auch-immer, der nächste Beitrag kommt aus Wien.

25432 – #hdnazt Juni 2026

Die monatliche Fallout-4-Berichterstattung.Ich habe es letzten Monat schon angedeutet, das Spiel wird dem echten Leben immer ähnlicher. Nicht auf der Ebene der Geschehnisse, noch immer neige ich im Konfliktfall eher dazu, Menschen zuzuhören, als auf irgendeine Weise ihren Tod zu verursachen. Aber auf der Ebene dessen, wie ich diese Geschehnisse erlebe, wird es ähnlich. Es langweilt mich.

Das ist in den „todesverursachenden“ Aufgaben schwächer ausgeprägt, bisweilen kann es da auch mal richtig spannend werden, aber Fallout 4 ist weitaus mehr als „Gegner umballern“. Der Spielcharakter will ernährt werden, braucht Schlaf und allerlei Rohstoffe für den Siedlungsbau, nicht zuletzt Bottlecaps (Geld) um zu kaufen, was fehlt. Kurz, es ist der Alltag, der langweilt.

Beispiel: Mensch kommt nach einer riesigen Ballerei in der XY-Fabrik nachhause, im Gepäck Rüstungsteile und Waffen der Gegner, vielleicht auch ein paar interessante Kleidungsstücke, die mehr Glück, Ausdauer oder Beweglichkeit versprechen (was – Gegensatz zum echten Leben – tatsächlich funktioniert), darüberhinaus noch jede Menge Rohstoffe und, falls es wirklich gut gelaufen ist, auch ein paar Sammlerstücke, seien es alte Comics oder Robotermodelle. All das will jetzt abgelegt sein und wer auch nur einen Hauch von Ordnungssinn besitzt, hat schon lange vielzuviele Behältnisse und Rüstungsständer gebaut, in denen er die verschiedensten Kategorien von Dingen zum späteren Gebrauch sammelt. Allein die Aufgabe, das Mitgebrachte einzusortieren, dauert nun unangemessen lange, vom Spass-per-Zeiteinheit-Faktor her betrachtet. Außerdem müssen Entscheidungen getroffen werden. Was werde ich behalten, was werde ich verkaufen. Das ist nicht immer einfach. Wer in seinem Hauptquartier keinen Händler hat, muss jetzt nochmal los, das überfüssige Zeug verticken. Manchmal hat mensch soviel Zeug zum Verkauf, dass die Händler zuwenig Bottlecaps haben, also muss mensch zu einem zweiten oder dritten. Kurz: die Routineaufgaben verbrauchen viel Zeit und wer sich temperamentsbedingt nicht in diese hinein entspannen kann (ich hörte von Menschen, die es genießen zu spülen oder staubzusaugen) oder wenig Befriedigung aus dem Entwerfen von Ordnungssystemen oder Entscheidungsbäumen zieht, wird beginnen, sich zu langweilen.

Und dieses Beispiel zeigt in sich schon, was es zugleich beschreibt. Es ist viel länger als erwartet. Fast bin ich von der Beschreibung gelangweilt.

Und weil ich Langeweile gerade nicht so gut ertrage, weiche ich aus. Ich spiele weniger und breche auch einen Text mal eher unvermittelt ab.